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Endoskopische Praxis am Tegeler See

PD Dr. med. Jürgen Bauditz

Eisenhammerweg 20, 13507 Berlin

Vorsorgekoloskopie 

Die Vorsorgekoloskopie stellt das beste medizinische Vorsorgeverfahren aller Krebserkrankungen überhaupt dar. Große medizinische Studien zeigen, dass hiermit über 90 % aller Fälle von Darmkrebs vermieden werden können.

Die Untersuchung wird technisch genauso wie eine Darmspiegelung, jedoch aus anderen Gründen durchgeführt. Sollten sich Krebsvorstufen (Polypen mit unterschiedlich stark ausgeprägten Zellentartungen (sog. low- bzw. high-grade-Dysplasien) zeigen, werden diese bei der Untersuchung mittels verschiedener Techniken entfernt, bevor sich diese zu Darmkrebs weiterentwickeln können.

 

Darmkrebs

Das Risiko, während des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, beträgt ca. 6%, d.h. etwa jeder 16. ist im Laufe seines Lebens ist betroffen. Dabei ist das Risiko für Männer etwas höher als für Frauen.

Zum Vergleich: Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) zu erkranken, liegt bei etwa 7–8 %.

Mit 60.000 Neuerkrankungen/Jahr ist Darmkrebs damit die zweithäufigste Krebsart und die zweithäufigste Todesursache durch Krebs (am häufigsten, jedoch mit besserer Prognose: Prostatakrebs bzw. Brustkrebs bei Frauen).

 

Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko für Darmkrebs:

Alter

Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Alter zu. Darmkrebs entsteht ganz überwiegend aus Darmpolypen. Diese Krebsvorstufen entstehen bis zu 10 Jahre vor dem bösartigen Tumor.

Männliches Geschlecht

Jeder 15. Mann erkrankt im Laufe seines Lebens an Darmkrebs, jede 18. Frau. Auch tritt er bei Männern im Durchschnitt einige Jahre früher auf als bei Frauen. Daher wurde in der gesetzlichen Krebsfrüherkennung das Alter, ab dem eine Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch genommen werden kann, für Männer von 55 auf 50 Jahre, bei einigen Krankenkassen auf 45 gesenkt. In den USA wird Männern ebenfalls ab 45. Jahren eine Vorsorgekoloskopie empfohlen.

Familiäre oder genetische Belastung

Etwa 70 Prozent aller Darmkrebsfälle treten spontan auf, also ohne eine nach heutigem Stand der Forschung erkennbare Ursache. Daneben gibt es eine große Gruppe von Patienten mit familiärer oder erblicher Belastung: Bei bis zu 30 Prozent aller Darmkrebsfälle scheint die Erkrankung durch genetische Faktoren begünstigt zu werden. 

 

Wann Vorsorgekoloskopie?

In Deutschland haben alle gesetzlich Versicherten spätestens ab dem 55. Lebensjahr Anspruch auf eine Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung zur Früherkennung). Einige Versicherungen wie die AOK bieten jedoch für Männer bereits ab dem 45. Lebensjahr und für Frauen ab dem 50. Lebensjahr eine Vorsorgekoloskopie an. 

Liegen Darmkrebsfälle in der Familie vor, kann eine Vorsorgekoloskopie bereits vor dem 45. Lebensjahr sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn Angehörige in jüngerem Alter betroffen sind. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann innerhalb eines Vorgesprächs geklärt werden.

Wie oft sollte eine Darmspiegelung auch bei unauffälligem Befund zur Darmkrebsvorsorge wiederholt werden? Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich bei der früheren 10 Jahres-Regel um einen sehr langen Zeitabstand handelt. Immer wieder wird Darmkrebs bei Patienten diagnostiziert, die vor weniger als 10 Jahren eine unauffällige Darmspiegelung hatten. Viele Wissenschaftler gehen heute daher davon aus, dass ein Abstand von 10 Jahren zu lang ist.

Wird eine Darmspiegelung aufgrund von Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl, Blutarmut) durchgeführt, wird die Untersuchung in diesen Fällen gleichzeitig als Vorsorgeuntersuchung durchgeführt, d.h. es erfolgt ein Screening auf Krebsvorstufen bzw. Polypen, die in der gleichen Sitzung entfernt werden.

Vorsorgekoloskopie im Alter?

Die gesetzlichen Krankenkassen empfehlen eine Vorsorgekoloskopie bis zum 75. Lebensjahr. Individuell kann eine Darmspiegelung auch zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll sein. Dies ist in einem individuellen Gespräch zu evaluieren.

Es ist zu beachten, dass die Darmspiegelung und insbesondere auch die Darmreinigung eine nicht unerhebliche Kreislaufbelastung für ältere Menschen darstellt. Da es zum gehäuften Auftreten von Komplikationen kommt, wird ab dem 80. Lebensjahr eine Koloskopie in der Regel erst beim Auftreten von Beschwerden bzw. auffälligen Laboruntersuchungen empfohlen. Ob eine Darmspiegelung in einem solchen Fall zu empfehlen ist, muß im Einzelfall in einem Vorgespräch geklärt werden.